Helikopter-Eltern

Helikopter-Eltern – so werden sie in den Familien-Online-Foren bissig genannt, die überfürsorglichen Eltern, die ihre Kinder angeblich vor allem zur Unselbständigkeit erziehen …

Weil sie ihnen die Luft zum Atmen nehmen und weil sie vor lauter missverstandener Liebe kontrollieren, statt zu fördern. Das Phänomen kennt man durchaus schon länger, sodass sich dieser Tage die erste superbehütete Helikopter-Kinder-Generation an der Ludwig-Maximilians-Uni immatrikuliert hat. Ja, oder auf der Humboldt-Universität zu Berlin oder meinethalben auch an der Uni Hamburg. Und was müssen wir feststellen? Ihre Erfolge sind Experten zufolge … tja äh … also eher nicht besonders gut.

Expertin beim Phänomen Helikopter-Eltern: Julia Lythcott-Haim

Das zumindest sagt Julia Lythcott-Haim, die der Heli-Eltern-Generation ganz genau auf die Finger geguckt hat. Ihre Beobachtungen hat sie im Epizentrum des ‚Helikopterismus‘ gesammelt: in Palo Alto in der Bay-Area rund um San Francisco. Dort lebt sie Tür an Tür mit einer Generation, für die zwar Bestnoten keine große Herausforderung darstellen, die aber andererseits auch keinen blassen Schimmer hat, wie sie sich alleine ernähren, einen kleinen Haushalt führen oder mit Gleichaltrigen auskommen soll. Mit einer Generation, die zu Familientyrannen erzogen wurde, die aber schon wenige Meter hinter dem elterlichen Vorgarten sozial scheitert.

Aber was machen Helikopter-Eltern denn eigentlich falsch?

Julia Lythcott-Haim stellt genau die Fragen, die uns als Eltern auch interessieren dürften. In ihrem Buch „How to Raise An Adult: Break Free of The Overparenting Trap And Prepare Your Kid For Success“ richtet sie ein paar kritische Fragen an uns: Wollen wir wirklich, dass unsere Kinder später in der Ausbildung oder an der Uni Probleme haben? Wollen wir wirklich, dass überbehütete Kinder weniger aufgeschlossen gegenüber neuen Ideen sind? Wollen wir sie ernsthaft zu verletzlichen, unsicheren Angsthasen erziehen? Oder wollen wir sie stattdessen nicht lieber zu belastbarer, erwachsener Beziehungsfähigkeit führen, zu finanzieller Unabhängigkeit vom Elternhaus, zu eigenen Weltsichten, die sich durchaus von denen der Eltern unterscheiden dürfen?

Wir sind Helikopter-Eltern – holt uns da raus!

Ein bisschen gemein ist der Helikopter-Vorwurf natürlich schon, wie wir finden … denn es ist ja wirklich nicht immer ganz einfach, die richtige Balance zu finden: Wieviel Liebe darf ich meinem Kind geben und wo muss ich mich als Elternteil zurücknehmen? Wann muss ich mein Kind vor Gefahr schützen und wo muss ich die Zügel locker lassen, damit es wichtige, eigene Erfahrungen machen kann?

11 wertvolle Erziehungstipps für Helikopter-Eltern und solche, die es nicht werden wollen

Wirklich schwierig. Wir haben die Top-Erziehungstipps gesammelt, mit denen wir hoffentlich der Überfürsorglichkeits-Falle entgehen, in die viele Helikopter-Eltern tappen. Viel Spaß beim Lesen!

1) Erziehen wir unsere Kinder zu Erwachsenen!

Eine Studie der University Of Tennessee Chattanooga hat es 2011 herausgefunden: Helikopter-Kinder entwickeln mit hoher Wahrscheinlichkeit Angstzustände und/oder werden irgendwann in ihrem Leben wegen einer Depression medizinisch behandelt. Grund dafür? Eltern räumen ihnen jegliches Hindernis und alle denkbaren Reibungsmöglichkeiten aus dem Weg. Auf diese Weise lernt es nie, Widerstände eigenständig zu überwinden.
Erziehen wir unsere Kinder zu Erwachsenen und lassen wir ihnen den Freiraum, den sie für ihre individuelle Entwicklung benötigen!

2) Nicht zuviel ins Leben des Kindes einmischen!

Albert Wunsch, seines Zeichens Erziehungswissenschaftler, hat beobachtet, dass sich Extrem-Helikopter-Eltern nicht nur in der Schule, sondern auch noch später beim Arbeitgeber ihres „Kindes“ einmischen. Seiner Meinung nach liegt das daran, dass Eltern, die „18 Jahre lang ihre Verwöhn-Strategie verfestigt haben“, nicht plötzlich einfach so damit aufhören können.
Reflektieren wir unsere Muster schon früh und seien wir ehrlich zu uns selber! Nur mit Objektivität kann es uns gelingen, unser Kind in sein eigenes Leben eintreten zu lassen.

3) Machen wir uns klar, dass wir laut Statistik so sicher wie noch keine Generation vor uns leben!

Hier müssen wir ein bisschen um die Ecke denken. Vergegenwärtigen wir uns den Gedanken, dass schlimme Zeitungsmeldungen in der Realität rar geworden sind, wie nie zuvor. Statistisch gesehen leben wir derzeit in geradezu paradiesischen Umständen, unsere Nachbarschaften sind im historischen Vergleich so sicher wie nie. Wir können also vorsichtig durchatmen und „Gefahr“ für unsere Schutzbefohlenen neu bewerten. Dieser Gedanke tut unserer Seele gut und begleitet uns in der Auseinandersetzung gegen irreale Ängste.

4) Versuchen wir, unsere Kids nicht in Watte zu packen

Wenn wir die Welt unserer Kinder mit zuvielen Stoßdämpfern und Puffern auskleiden, werden sie auch als Erwachsene immer jemanden brauchen, der ihnen die Welt rosarot malt. Trauen wir ihnen Verantwortung und Gespür für Situationen zu!

5) Erinnern wir uns wieder öfter an uns selbst als Kinder!

Wissen wir eigentlich noch, wie wir als Kinder die Freiheit genossen haben? Es ist ein tröstlicher und sehr nützlicher Gedanke, sich an unsere eigenen Gefühle als Kinder zu erinnern. Denn er hilft uns dabei, unsere Kinder besser zu verstehen. Folge auch hier Deiner inneren Stimme und lebe Deinen Kindern vor, dass sie ihrem eigenen Gefühl trauen können.

6) Begreifen wir den Unterschied zwischen „Autorität“ und „autoritär“!

Es ist wichtig, dass wir, aber auch unsere Kinder verstehen, dass die Autorität eines Erwachsenen niemals autoritär sein darf. Beim Überschreiten der feinen Linie beginnen unsere Kinder zu leiden. Als Faustregel gilt: Autorität lässt frei, autoritäres Verhalten schränkt unnötig und egoistisch ein.

7) Glaub an Dich – und an Dein Kind!

Laut Statistik sind sich die glücklichsten Mamas ganz sicher, dass sie nicht über die allermodernste Kinderexpertise verfügen müssen, um tolle Mamas zu sein. Und das stimmt! Kein Stress also, wenn Du nicht alle sieben topaktuellen Erziehungsratgeber gelesen hast: Finde einfach heraus, welchen Weg Du selber gehen möchtest.
Unsere Kids profitieren davon. Denn überverwöhnte Kinder sind in aller Regel unglücklich und zeigen dieselben Verhaltensprobleme, wie vernachlässigte Kinder. Das Gefühl, dass sich die ganze Welt um sie dreht, raubt Kindern eine Menge Reifemöglichkeit.

8) Lebe Deinem Kind vor, was ein Erwachsener ist!

Die Beziehung zum Partner kann durchaus Schaden nehmen, wenn die Belange von Kindern ständig und viel zu lange die Hauptrolle zwischen den Partnern spielen. Und dann leiden irgendwann alle, Eltern und Kinder. Schon alleine deshalb ist es wichtig, die Prioritäten in einer Familie sensibel zu spüren und auch dem Partner das Gefühl zu geben, dass er ein wichtiger, tragender Teil im Familiengefüge ist und bleibt.
Apropos: Plane gemeinsam verbrachte Zeit mit Deinem Partner weit im Voraus und haltet Euch verbindlich daran, sie nur gemeinsam zu verbringen.

9) Ein Nein ist nichts Schlimmes!

Fühl Dich nicht schlecht, wenn Du ab und zu ein klares „Nein“ aussprichst. Entscheide auch nach dem, was Dir gefällt, oder dem, was Du nicht magst: Rosenkohl? Ausflug nach Buxtehude? Spieleabend mit Leuten, die Du nicht leiden kannst? Nö, danke! Unsere Kinder lernen von klaren Entscheidungen und finden sich so besser in der Welt zurecht.

10) Verbring einen Teil Deiner Zeit außerhalb der Familie!

Das ist superwichtig: Verbringen wir auch Zeit mit Menschen, die nicht mit uns verwandt sind. Es tut dem Familiengefüge und nicht zuletzt – uns selber gut. Pflegen wir Freundschaften und Hobbies und achten wir darauf, uns bei unseren Plänen, uns nach draußen zu orientieren, weder selber zu untergraben, noch uns von anderen untergraben zu lassen.

11) Zuviel Verwöhnung ist nicht gut für Kinder!

Verfallen wir nicht dem Glauben, dass wir unserem Kind mit zuviel Verwöhnung Belastungen und Anstrengungen ersparen könnten. Indem man ihm alle Wünsche von den Augen abliest, verhindert man, dass es eigene Wege geht, dass es sich im Leben erprobt und dass es das Gelernte später selbstbewusst anwenden.

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